Informationen zur Prostata Krebs Diagnostik



Meilenstein in der urologischen Tumor Diagnostik

Mit ANNAcTRUS kann die Prostata präziser und schonender auf Krebs untersucht werden.


Bei der Früherkennungsuntersuchung geben zunächst der PSA Wert und der tastende Finger ersten Aufschluss für die Zuordnung in Risikogruppen. Ein Krebsverdacht wird über weitere differenzierte Diagnostik abgeklärt. Für eine eindeutige Diagnose werden Gewebeproben benötigt.


Schematische Darstellung des transrektalen Ultraschalls der Prostata mit Biopsie zur Prostatakrebs Diagnostik

Im notwendigen  transrektalen Ultraschallbild lassen die visuellen Grautöne keine spezifischen Aussagen zu. Nach dem Stand der aktuellen Leitlinien werden darum sogenannte systematische Biopsien nach einem zufälligen Muster entnommen. In der Regel sind dies zwischen sechs und 24 teilweise sehr schmerzhaften Gewebeentnahmen, es können aber auch bis zu 140 Biopsien pro Sitzung werden.
Dabei kann man den Krebs verfehlen. Was dann bleibt, ist das ungute Gefühl: „Ist da vielleicht doch etwas?“.


Weniger Biopsien verringern die Belastung für den Patienten, weniger Schmerzen und ein geringeres Infektionsrisiko.

Mit der computergestützten Ultraschall Diagnostik ANNAcTRUS kann in der urologischen Tumordiagnostik präziser und schonender untersucht werden. Das datenbankgestützte Analysesystem errechnet Parameter zur Erkennung krebsverdächtige Areale in der Prostata. Durch das Vergleichen von Ultraschallaufnahmen mit diesen Daten können besonders verdächtige Gebiete in der Prostata ausfindig gemacht und auf der Ultraschallaufnahme markiert werden. Hier werden gezielt bis maximal sechs Gewebeproben entnommen.


Der Urologe kann mit der ANNAcTRUS Krebsdiagnostik die Zuverlässigkeit seiner Diagnose deutlich erhöhen.


Was sagt der PSA Wert aus?

Mit einer Blutuntersuchung wird die Konzentration des „prostataspezifischen Antigens“ bestimmt. Der PSA-Wert lässt jedoch keine eindeutige Diagnose zu. Erhöhte Werte können auf gut- oder bösartige Veränderungen in der Prostata hinweisen. Auch treten Prostatakrebserkrankungen mit PSA-Werten im Normbereich auf.

Wofür ist ANNAcTRUS gut?

Durch die Bildanalyse können Bezirke in der Prostata, die verdächtig für ein Prostatakarzinom sind, dargestellt werden. Dies ermöglicht es dem Urologen, gezielt aus diesem Bezirk eine Gewebeprobe zu entnehmen. Bei der Anwendung von ANNAcTRUS kann die Anzahl der Stanzbiopsien durch die gezielte Entnahme auf 6 Zylinder reduziert werden. Dies bedeutet für Sie weniger Schmerzen und ein geringeres Infektionsrisiko.

Was ist eine Biopsie ?

Bei einer Biopsie werden Gewebeentnahmen für eine mikroskopische Untersuchung entnommen. Der Urologe entnimmt unter Ultraschallkontrolle Proben aus der Prostata. In der Regel werden diese Proben durch den Enddarm entnommen. Die Probenentnahme geschieht unter örtlicher Betäubung.

Kommt ANNAcTRUS für mich in Frage?

In Studien konnten bei Patienten mit Verdacht auf Prostatakrebs und negativen zufälligen Stanzbiopsen durch ANNAcTRUS in etwa 50% der Fälle ein Karzinom gefunden werden. Die Methode ist daher besonders für Patienten geeignet, bei denen vorhergehende Prostatastanzbiopsien kein Karzinom nachweisen konnten. Aber auch in der Vorsorge kann ANNAcTRUS eingesetzt werden. Alle durchgeführten Prostatastanzbiopsien werden im System gespeichert und stehen somit über viele Jahre für Vergleiche und Ausschlussdiagnosen zur Verfügung.

Was ist der Gleason-Score?

Das bei einer Biopsie aus der Prostata entnommene Gewebematerial wird zur Klassifizierung vom Pathologen aufgearbeitet. Normales Prostatagewebe hat ein spezielles Wachstumsmuster. Die Abweichung der Wachstumsmuster von Prostatakarzinomen gegenüber normalem Gewebe wird in 5 genau definierte Muster eingeteilt. Es wird das primär vorherrschende und ein weiteres Muster in den Gewebeproben bestimmt. Daraus ergibt sich eine Punktezahl. Der niedrigste Malignitätsgrad ist Gleason-Score 2(1+1), der höchste 10(5+5).

Welche Therapie ist die Richtige?

Wurde Prostatakrebs diagnostiziert, ist mit dem Wissen vom datenbankgestützte System ANNAcTRUS auch eine Therapiesteuerung möglich. Ihr Urologe kann durch das gezielte Vorgehen Aussagen über die Ausbreitung des Prostatakrebses sowie die exakte Bestimmung der Aggressivität und des Tumorstadiums machen. Die Risiken einer nicht stadiengerechten Behandlung sinken.

Methoden der gezielten Biopsie

In der Radiologie wird das multiparametrische MRT angeboten. Hierfür wird zunächst ein diagnostisches MRT durchgeführt. Sollte sich ein auffälliger Befund zeigen, wird in einer zweiten MRT–Sitzung die Prostatastanzbiopsie durchgeführt.
ANNAcTRUS ist zeitlich deutlich weniger aufwändig und kann direkt vom behandelnden Urologen, durchgeführt werden.
In einer direkt vergleichenden Studie, die an der Universitätsklinik Bonn durchgeführt wurde, war ANNAcTRUS dem MRT in der Detektionsrate des Prostatakarzinoms („Sensitivität“) überlegen.

Werden die Kosten übernommen ?

Es handelt sich bei ANNAcTRUS um ein innovatives Untersuchungsverfahren, welches zurzeit nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehört. Daher müssen die Kosten der Bildanalyse von derzeit 450 € vom Patienten getragen werden. Des Weiteren fallen Kosten für die ärztliche Tätigkeit von etwa 200 € an. Private Krankenversicherungen übernehmen in der Regel die Kosten für ANNAcTRUS.